serge gainsbourg horwitz

Tournee 09. bis 21. Oktober und 26. November bis 9. Dezember 2018

Zweite Tournee 05. bis 31. Januar 2020

Musiktheater

JE T'AIME... - Das spektakuläre Leben des Serge Gainsbourg

Ein Serge Gainsbourg Abend mit Dominique Horwitz

von Berthold Warnecke

Dominique Horwitz

 

und 4 Musiker

 

Inszenierung

  • Dominique Horwitz
    Dominique Horwitz
    Schauspieler, Regisseur

    wird in Paris geboren. 1971 zieht die Familie nach Berlin, wo er das Deutsch – Französische Gymnasium besucht. Mit 19 Jahren steht Dominique Horwitz das erste Mal vor einer Fernsehkamera, bereits ein Jahr später, 1978, ist er im Kino zu sehen mit Peter Lilienthals „David“. 1978 gibt Horwitz für ein Jahr ein kabarettistisches Zwischenspiel im Berliner CaDeWe (Cabaret des Westens), ab 1979 folgten vorwiegend Theaterengagements; zunächst in Tübingen, dann München und Hamburg. 1989: Dieter Wedel bringt ihn wieder ins Fernsehen mit „Der große Bellheim“.

    Und spätestens 1992 mit Josef Vilsmaiers „Stalingrad“, in dem Horwitz die Hauptrolle spielt, ist er einem internationalen Kinopublikum bekannt. Seine Vielseitigkeit beweist Dominique Horwitz als Sänger, der ebenso die „Dreigroschenoper“ nach Brecht und Weill wie Chansons des unvergessenen Jacques Brel interpretiert.

    2015 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Tod in Weimar“ (Knaus Verlag), dessen Bühnenadaption beim Drei Masken Verlag erschienen ist.

     

    Download - Bild in Druckauflösung

    Foto: Anke Neugebauer

 

Zweite Tournee: 5.1. bis 31.1.2020
Tournee: 8.10. bis 21.10. und 26.11. bis 9.12.2018

 

Aufführungsrechte: Drei Masken Verlag

 

Eine Produktion von Dominique Horwitz
in Kooperation mit dem a.gon Theater München

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2018 wäre Serge Gainsbourg 90 Jahre alt geworden. Als Maler gescheitert, als Chansonnier gefeiert, als Provokateur gefürchtet – Serge Gainsbourg passt in kein Schema, sprengt alle künstlerischen Schubladen und bleibt trotz einer Fülle an Biographien und Dokumentationen über sein Leben und Werk doch noch immer eines: ein großes Rätsel! Als Spitze des Eisbergs eines gewaltigen Œuvres ragt – unverwüstlich – vor allem ein Lied hervor: „Je t’aime … moi non plus“. Komponiert 1967 für die große Liebe Brigitte Bardot, wird es in der Interpretation von Jane Birkin, der 70er-Jahre-Modeikone und späteren Lebensgefährtin Gainsbourgs, zum Welterfolg.

 

Dominique Horwitz und Berthold Warnecke spüren in „Je t’aime. Das spektakuläre Leben desSerge Gainsbourg“ dem Genie und Menschen, dem Zweifler und Visionär nach. Aus der Perspektive des zynischen Alter Egos Gainsbarre streifen Horwitz und Warnecke Stationen der Biographie und jüdischen Identität Gainsbourgs, beleuchten zentrale Momente seiner Karriere als einer der einflussreichsten Singer-Song-Writer Frankreichs im 20. Jahrhundert und versuchen dem „Mann mit dem Kohlkopf“, bei dessen Tod im März 1991 eine ganze Nation weinte, ein Stück näher zu kommen.

Die Rheinpfalz Landau zur Premiere – 22. Oktober 2018
Der Applaus ließ den Saal geradezu erbeben.

Horwitz lässt Gainsbourg als bereits recht verlebten Künstler Rückblick auf sein skandalträchtiges Leben halten. Er bricht die entstandenen Wunden, seelischen Verletzungen und körperlichen Narben sowohl erzählerisch als auch singend mit einer gelungenen Mischung aus Schnoddrigkeit und Sarkasmus auf, legt dabei den schwierigen Charakter dieses innerlich zerrissenen Franzosen mit den jüdisch-ukrainischen Wurzeln bloß und verbindet die wichtigsten Ereignisse seines Lebens mit den entsprechenden Chansons. Die Interpretationen machen aus den meist eher ruhig und mit melancholischer Lakonie vor sich hinplätschernden Originalen hoch intensive, stark akzentuierte, hart, kantig und überaus charismatisch wirkende Songs… Seine ganz und gar fesselnde Bühnenpräsenz erreichte durch die Konzentration auf das Wesentliche größtmögliche Intimität. Der Applaus ließ am Ende den Saal geradezu erbeben.

 

Schwäbische Zeitung Lindau, 22. Oktober 2018
Unglaubliche Performance – Auch Nichtraucher sind begeistert.

Er lebt Gainsbourg. In den zwei Stunden auf der Bühne wird Horwitz zu Gainsbourg – oder „Gainsbarre“, wie er sein zynisches Alter Ego nennt. Horwitz erzählt oft sarkastisch, manchmal fast gleichgültig, selten aufgebracht, wie es Gainsbourg ergangen ist, der als Maler scheiterte, der dafür als Chansonnier und als Songschreiber höchst erfolgreich war. Horwitz erweist sich wie schon beim Jacques-Brel-Abend oder bei „Me and the Devil“ vor einem Jahr als ausgezeichneter Sänger. Wobei Gitarrist Peter Engelhardt, Kai Weiner an Klavier und Keyboard, Schlagzeuger Volker Reichling und Bassist Johannes Huth im erstklassig zur Seite stehen.

In Erinnerung bleiben vor allem zwei Songs, mit denen Gainsbourg große Skandale erreichte. Gemeint ist vor allem „Je t’aime… moi non plus“, das er eigentlich für Brigitte Bardot geschrieben hatte, die aber erst Jahrzehnte später einer Veröffentlichung zustimmte. 1967 wollte sie mit dem anzüglichen Song nicht ihren Ehemann vor den Kopf stoßen. Nach drei Monaten war ihre wilde Affäre mit Gainsbourg auch schon wieder beendet. So wurde Jane Birkin mit dem Lied zum Weltstar.
Fast noch beeindruckender ist aber Gainsbourgs Fassung der Nationalhymne, die als Reggaefassung nichts mehr vom Kriegerisch-Martialischen der Marseillaise hat. Da Gainsbourg auch den Refrain verballhornt und aus dem Aufruf ein einfaches „Zu den Waffen etcetera“ macht, haben sich vor vierzig Jahren die Rechten aufgeregt, so dass manche Konzerte nur unter Polizeischutz möglich waren.

Horwitz hat „Je t’aime … Das spektakuläre Leben des Serge Gainsbourg“ in Lindau zwei Tage nach der Premiere in Landau gespielt. Natürlich ist ihm Erfolg zu wünschen für diese unglaubliche Performance.