Zweifel
Szenenfoto mit Diana Körner und Dieter Gring aus der Produktion des Fritz-Rémond-Theaters Frankfurt/ M - © Helmut Seuffert

Tournee 5. März bis 12. April 2021

Schauspiel

Zweifel

Schauspiel von Patrick Shanley • Deutsch von Daniel Call

Ausgezeichnet mit Pulitzer Prize for Drama und Tony Award for Best Play

Eine Produktion des Fritz Rémond Theaters Frankfurt

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Diana Körner
Schwester Aloysius

Dieter Gring
Vater Flynn

Dalia Abdallah
Mrs. Muller

Magdalena Maria Oettl
Schwester James

 

Ensemble 3D 1H

 

Regie
Peter Kühn

 

Bühne und Kostüm

 

Tournee: 5.3. – 11.4.2021

 

Aufführungsrechte: Galissas
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Schwester Aloysius leitet despotisch eine kirchliche Schule, an der der sympathische und beliebte Vater Flynn als Lehrer arbeitet. Mit seinen modernen Ansichten ist er der Schulleiterin ein Dorn im Auge. Als die junge und naïve Schwester James, die ebenfalls dort unterrichtet, ihr von Flynns freundschaftlichem Umgang mit dem farbigen Schüler Donald Muller berichtet, ist ihr Misstrauen geweckt. Obwohl ihr Beweise fehlen, bezichtigt Schwester Aloysius Vater Flynn des Missbrauchs. Er streitet alles ab, sie sucht obsessiv nach Hinweisen. Zwischen beiden hin- und hergerissen befindet sich die leicht zu verunsichernde Schwester James, die nach und nach zum Spielball in einem erbitterten Kampf um die „Wahrheit“ wird. „Doubt“ (so der Originaltitel) feierte im Jahr 2005 sensationelle Erfolge am Broadway.

Das Stück erhielt neben zahllosen weiteren Auszeichnungen den renommierten Pulitzer Preis und den Tony Award. Zweifel ist ein Stück von heute. Es ist ein Stück über Rassenproblematik und Bildungsmisere, über Gleichberechtigung und den Kampf der Geschlechter. Es ist ein Stück über Homosexualität und Homophobie. Über den Missbrauch Schutzbefohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche und auch über die Welt nach dem 11. September. Die geradezu inquisitorische Art und Weise, mit der Schwester Aloysius ihren einmal geschöpften, äußerst vagen Verdacht verfolgt, ihn schließlich „bestätigt“ sieht und in Konsequenzen münden lässt, erinnert auch an den Verlust bürgerlicher Freiheiten und rechtsstaatlicher Garantien im vorgeblichen Kampf gegen den Terror. In jedem Fall hat John Patrick Shanley mit seinen Fragen über den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung ein intelligentes und provokantes Stück vorgelegt.

 

John Patrick Shanley (*1950)

ist ein amerikanischer Theater- und Drehbuchautor, Theater- und Filmre- gisseur. Er wurde in einer privaten katholischen Schule von Mitgliedern der christlichen Orden Christian Brothers und Sisters of Charity unter- richtet und absolvierte später die New York University.
Für das Drehbuch zum Film Mond- süchtig erhielt Shanley den Oscar und den Writers Guild of America Award. Für das Stück Doubt (Zweifel) wurde er 2005 mit dem Pulitzer-Preis für Theater und einem Tony Award für das beste Theaterstück ausgezeich- net. 2008 verfilmte er den Stoff unter dem Titel Glaubensfrage für die Kino- leinwand mit Meryl Streep, Philip Sey- mour Hoffman und Amy Adams in den Hauptrollen. Das Filmskript brachte ihm unter anderem Nominierungen für den Golden Globe Award und Oscar ein.

2007 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.

Frankfurter Rundschau, 30.3.2019

Einen hochemotionalen Abend bietet jetzt das Frankfurter Fritz Rémond Theater. Nahtlos wird der Besucher vermutlich, nein garantiert in Privatdiskussionen übergehen. Das Theater hat einen Lauf, was die Auswahl und die Durchführung betrifft.

Shanley entspinnt das nun als klassisches angloamerikanisches Konversationsstück[…] hier getragen von einem vorzüglichen Ensemble unter der Regie von Peter Kühn.

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1.4.2019

Die aus zahllosen Fernsehrollen bekannte Diana Körner beherrscht als bis zum bitteren Ende kämpfende Schwester Aloysius die Bühne, grandios anzusehen in ihrer maßlosen Überzeugung, den Richtigen zu verfolgen.

Einfache Antworten gibt es nicht. Das macht dieses Stück so sehenswert.

 

FNP, 30.3.2019

Auch wenn Dieter Gring den vergleichsweise  weltlichen und nahbaren Vater Flynn spielt, macht er keinen Sunnyboy aus ihm. Vielmehr zeigt er eine Figur, aus der durchaus eine innerliche menschliche Zerissenheit aufblitzt.

Schön auch Julia Kemp als junge idealistische Schwester James […].

Am Ende der Frankfurter Premiere gab es begeisterten Beifall für eine intensive Inszenierung.

 

Offenbach Post, 2.4.2019

In Zeiten von “MeToo” und Missbrauchsskandalen in der Kirche, ist klar: Wegsehen ist der falsche Weg, unüberlegtes Denunzieren aber auch. Das von Peter Kühn kammerspielartig und bis zum Bühnenbild schnörkellos inszenierte Stück macht deutlich: So schwarz-weiß wie Schwester Aloysius die Welt sieht, ist sie nicht.