„Peter Kremer brilliert im
ausverkauften Bürgerhaus“
Acher- und Bühler Bote
„Stefan Zimmermanns feinsinnige
Inszenierung ließ Zweifel an
der Bühnenwirksamkeit des
"Nathan" [...] vergessen.“
Delmenhorster Kurier
„Ein grandioser Theaterabend
mit frenetischem Applaus.“
Badisches Tagblatt
„Der Bühnensound gefiel
besonders den vielen
Jugendlichen“
Thuner Tagblatt

Dritte Tournee 13. Oktober bis 5. November 2020

Schauspiel

Nathan der Weise

Schauspiel in fünf Aufzügen von Gotthold Ephraim Lessing

mit den Stars Peter Kremer und Michel Guillaume

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Peter Kremer
Nathan

Michel Guillaume
Sultan Saladin

Alexander Mattheis
Tempelherr 

Laura Antonella Rauch
Recha

Georg Luibl
Patriarch von Jerusalem ǀ ein Derwisch

Christian Buse
ein Klosterbruder

Angelika Auer
Daja 

Heike Ternes
Sittah

 

Ensemble: 3D 5H

 

Inszenierung

 

Bühnenbild

 

Kostüme

 

Dritte Tournee 13.10. – 5.11.2020
Zweite Tournee 5.11. – 16.12.2018
Erste Tournee 25.2. – 4.4.2017 und 26.4. – 11.5.2017
Premiere am 25. Februar 2017 in Unterföhring

 

Aufführungsrechte: frei
Eine Produktion der a.gon Theater GmbH
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Das Stück der Stunde, wenn man die nach wie vor ungelösten religiösen Konflikte unserer Zeit sieht. Mit großer Weitsicht beschreibt Lessing nicht nur den sinnlosen Alleinvertretungsanspruch der drei monotheistischen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam, er bietet auch eine kluge, immergültige Lösung an. Die Handlung spielt nicht zufällig im Jerusalem der Zeit des dritten Kreuzzuges. An jenem heiligen Ort also, den schon damals jede der Religionen für sich reklamierte.

Sultan Saladin wendet sich wegen eines Darlehens an den wohlhabenden und edelmütigen jüdischen Kaufmann Nathan. Im Gespräch stellt er Nathan die Frage, welche der drei Religionen dieser für die Wahre halte. Nathan antwortet mit einem Märchen, der berühmten Ringparabel. Darin geht es um eine alte Tradition in einer Familie, nach der der Vater einen kostbaren, mit besonderer Kraft ausgestatteten Ring jeweils seinem liebsten Sohn zu vererben hat. Nun tritt der Fall ein, dass ein Vater seine drei Söhne alle gleich liebt. Er lässt zwei perfekte Kopien des Ringes anfertigen, und so erbt jeder Sohn einen Ring. Die Söhne streiten sich, wer nun den echten Ring habe. Ein Richter trägt jedem von ihnen auf, so zu leben und zu handeln, als wäre sein Ring der Echte und erst nach langer Zeit wiederzukommen…

Dies ist der bis heute gültige Kern von Lessings Botschaft: Eine Religion muss ihre Werte hier und heute leben. Nur im humanen Handeln, in der gelebten sozialen Praxis erweist sich ihr Bestand. Im Stück ist Saladin so beeindruckt, dass er, der muslimische Herrscher, dem Juden Nathan die Freundschaft anbietet.

 

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

in Kamenz/Oberlausitz geboren, zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Aufklärung, Mit seinen Dramen und theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat er die Entwicklung des Theaters und die öffentlich Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Er ist der erte deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen aufgeführt wird. Im Anschluss an Studien der Theologie und der Medizin, lebte er nach der Promotion ab 1752 als freier Schriftsteller in Berlin, wo er für mehrere Zeitungen schrieb. Er hatte Verbindungen zu Theatergruppen, für die er erste Stücke verfasste. 1760 nahm er aus Geldnot eine Stelle als Sekretär des Generals Tauentzien in Breslau an. 1767 erhielt Lessing eine ANstellung als Dramaturg und Kritiker am Deutschen Nationaltheater in Hamburg, 1770 eine Stelle als Bibliothekar in Wolfenbüttel. Zu seinen bekanntesten Werken zählen neben Nathan der Weise auch Miss Sara Sampson, Minna von Barnhelm und Emilia Galotti.

Stefan Zimmermann über das Stück

„Der Nathan ist wahrhaftig das Stück der Stunde: Wie können/sollten heute Religionen gelebt werden? Was belebt sie im Innersten? Ist friedliches Miteinander der Religionen so schwer? Wo beginnt der Fanatismus, der Fundamentalismus im Kopf? Hat Gott das gewollt?
Grundlage der christlichen Offenbarungsreligionen ist die Liebe. Wer religiös leben will, muss wieder auf den Kern des Glaubens zurückkommen. Nathan ist dazu ein Beitrag, ein Wegweiser für den inneren Kompass. Nathan ist aktuell, denn die Aufklärung für ein friedliches Zusammenleben mit der Kraft der Vernunft ist – leider – nicht abgeschlossen. Wir werden weiterhin lernen müssen, das uns Fremde anzunehmen und auszuhalten. Theater war Lessings Kanzel. Es ist auch immer noch die unsere – mit seinen erhellenden Gedanken!“

Fotos: Marina Maisel