Gastspiele auf Anfrage

Schauspiel

EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE

Preisgekröntes Einpersonenstück von Mario Perrotta

Deutsch von Gabriela Zehnder

  • Marco Michel
    als Antonio Ligabue
    Marco Michel
    Schauspieler

    hat an der renommierten Theaterakademie August Everding in München Schauspiel studiert. Seit seinem erfolgreichen Diplom 2014 steht er als freischaffender Schauspieler für internationale Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera und arbeitet für Stadttheater und freie Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum. Neben einer spannenden Zusammenarbeit mit Regie-Koryphäe Robert Wilson im Rahmen seiner Stückentwicklung "Luther – Dancing with the Gods" 2017, führten ihn Engagements und Gastauftritte u.a. nach Italien, China und in die USA. Dort war er 2018 mit EIN KUSS auf dem weltweit größten Festival für Einpersonenstücke, dem UNITED SOLO Festival in New York, zu Gast und wurde mit dem Preis „Best International One-Man-Show“ ausgezeichnet.
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    Foto: Christian Hartmann

 

Ensemble 1H

 

Gesamte Spielzeit

 

Inszenierung

  • Mario Perrotta
    Mario Perrotta
    Regisseur

    Mario Perrotta wurde 1970 in Lecce, Italien, geboren. Schon als Kind hat er mit seinem Großvater in einer Theatergruppe erste Erfahrungen gesammelt. Mit 18 Jahren zog er nach Bologna, wo er von 1990 bis 1993 Philosophie und Schauspiel studierte und anschließend die Gruppe "Teatro dell' Argine" gründete. Heute ist er einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Theatermacher und einer der Hauptvertreter und -entwickler der "Neuen Dramaturgie". Er hat zahlreiche Stücke veröffentlicht und ist Initiator der Trilogie über Antonio Ligabue. Mario Perrotta ist dreifacher Gewinner des Premio Ubu, dem wichtigsten Theaterpreis Italiens. Ausgezeichnet wurden sowohl EIN KUSS, als auch die gesamte Trilogie über Ligabue selbst. 
    Perrotta lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bologna.

     

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    Foto: Luigi Burroni 

 

Dauer ca. 75 Minuten
Aufführungsrechte: Société Suisse des Auteurs, Lausanne
Produktion: Teatro dell’Argine di Bologna, Marco Michel

Ein großartiger Soloabend für die kleinere Bühne bis ca. 300 Plätze

 

Dieses mitreißende Einpersonenstück erzählt vom Leben des lange verkannten, ausgegrenzten und verspotteten schweizerisch-italienischen Malers Antonio Ligabue (1899 – 1965). Statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, schuf Ligabue sein eigenes Universum aus Bildern und Plastiken. Seine Arbeiten, die ihm inzwischen in der Schweiz wie in Italien den Nimbus eines lokalen van Goghs eingebracht haben, zeugen von einer gewaltigen Kraft und Tiefe.
Der Schweizer Schauspieler Marco Michel lässt uns mit ungewöhnlichen Mitteln eintauchen in Ligabues Leben: vor den Augen des Publikums entstehen großformatige Kohlezeichnungen von Menschen und Landschaften, mit denen er in tiefe, emotionale Dialoge tritt. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue eine Brücke zur Außenwelt schlagen und mit ihr kommunizieren.
Am Schluss sind viele Zuschauer so bewegt, dass sie zur Bühne drängen, um dem unglücklichen Ligabue etwas zu schenken…

 

Die Themen Ausgrenzung, Wahnsinn und Isolation werden unmittelbar erleb- und spürbar. Dies trägt zur Entstigmatisierung psychisch beeinträchtigter Menschen bei und hilft bei der Verständigung über kulturelle, religiöse und soziale Grenzen hinweg.

 

Über 40 gefeierte Vorstellungen in der Schweiz. Für Deutschland und Österreich eine Neuentdeckung.

Am 7. November 2019 können Sie EIN KUSS bei den Heidelberger Theatertagen sehen.

 

Marco Michel wurde mit A KISS – ANTONIO LIGABUE bereits zweimal nach New York eingeladen und war 2018 Preisträger beim United Solo Festival in New York.
Am 22. und 23. November 2019 tritt er mit A KISS erneut im New Yorker Theatre Row auf.

 

ANTONIO LIGABUE (1899 – 1965)

Der schweizerisch-italienische Maler kam am 18. Dezember 1899 in Zürich als uneheliches Kind einer italienischen Einwanderin zur Welt und wurde mit neun Monaten zu Pflegeeltern gegeben. Weil er früh durch sogenanntes “schwachsinniges Verhalten” aufgefallen war, kam er in ein Jugendheim und später in eine Psychiatrie. Mit 18 Jahren wurde er u.a. wegen Landstreicherei des Landes verwiesen und nach Italien deportiert. In Gualtieri, dem Heimatort seines mutmaßlichen Vaters, lebte er, der zunächst kein Wort italienisch sprach, fortan als Außenseiter und Dorftrottel.
Erst in den späten 1950er Jahren förderte ein bekannter Maler Ligabue und sein Werk – er wurde über Nacht berühmt.
Ligabue starb am 27. Mai 1965 in Gualtieri. Heute zeigen sich die Schweiz wie Italien stolz auf “ihren van Gogh”, während Antonio Ligabue in anderen Ländern noch weitgehend unbekannt ist.

Ligabues Werke werden heute z.T. für sechsstellige Summen gehandelt.

11 Szenenfotos

 

Bernie Schürch, Mummenschanz-Mitbegründer, 2017
Ein Muss

Theater und Malerei im lebendigen Dialog. Einfach umwerfend, ergreifend, großartig, wie der hervorragende Schauspieler Marco Michel das dramatische Leben des Malers Antonio Ligabue auf die Bühne zaubert. Ein Kunst-Stück von atemberaubender Eindringlichkeit. Ein Muss.

 

Sarganserländer, 10.11.2014 (nach der Premiere)
Schmerz des Kusses, der ausbleibt

Schauspieler Marco Michel hat das Schicksal des Künstlers Antonio Ligabue in selten erlebter Intensität auf die Bühne gebracht. […] Über 70 Minuten Monolog und keine Sekunde langweilig. Das ist der großartigen Leistung des erst 30-jährigen Bühnenkünstlers Marco Michel zu verdanken, der das Publikum vom ersten Wort weg fesselt. […] Doch Michel erzählt nicht nur, er zeichnet auch, buchstäblich. Auf drei Tafeln entwirft er immer wieder aufs Neue aus der Dramatik der Situation heraus Bilder jener Personen, die sein Leben prägten. […] Michel gelingt es dabei, durch seine künstlerische Expression die innere Zerrissenheit des Kindes, des Mannes und Künstlers spürbar zu machen.

 

Walter Andreas Müller, Schweizer Schauspiellegende, 2017
Packend gespielt

Selten ist mir ein Theaterabend derart präsent in Erinnerung geblieben wie die Darstellung von Marco Michel in diesem spannenden Einpersonen-Stück. Eindrücklich und facettenreich wird das unglückliche Leben des Künstlers Ligabue fein gezeichnet dargestellt – buchstäblich großartig zeichnerisch untermalt. Ein beeindruckender und äußerst geglückter Abend, mit einem wunderbaren Schauspieler!

 

Sarganserländer, 2.11.2015
Von atemberaubender Intensität

Am Freitagabend gab es stehende Ovationen für eine packende, schauspielerische Leistung. […] Im von Mario Perrotta entwickelten Stück übernimt Marco Michel szenisch die Darstellung dieses Künstlerlebens. Mit atemberaubender Intensität nimmt Michel die Zuschauenden mit in das Leben und Erleben dieses zeitlebens verspotteten und geplagten Künstlers. Die absolute Stille während der Darbietung darf als Zeichen der Betroffenheit gewertet werden. Antonios Sehnsucht nach mütterlicher Liebe, nach Anerkennung und Geborgenheit wird nie gestillt. […] Mit hastigen, nur scheinbar unbedachten Strichen und Kleksen skizziert Marco Michel mit Kohle nicht nur die Gesichter der Mutter und der lästernden Meute, sondern zugleich das unstete Leben eines herumgeschubsten Kindes.

 

Sibylle Birkenmeier, Kabarettistin, 2017
Einzigartig. Eine Ausnahmebegabung

Marco Michel ist ein erstaunlich reifer, junger Schauspieler, der seinen Weg geht und viel Beachtung finden wird. Seine Leichtigkeit, sich in allen möglichen inneren Stimmungslagen zu bewegen, ist frappierend. Begeisterte Zuschauer im Schadausaal in Thun, die Marco Michels Fähigkeiten sehr deutlich zu schätzen wussten und diesen Auftritt mit begeistertem Applaus quittierten!

 

Appenzeller Volksfreund, 31.10.2015
Berührende Darstellung eines tragischen Lebens

[…] Dass Schauspieler Marco Michel auch ein großes Zeichentalent ist, trug zur Eindrücklichkeit seiner Darstellung bei. Wie ein Wahnsinniger warf er Kohlestriche auf die großen Papierbögen: Figuren, Gesichter, Landschaften. […] Nach einer Stunde war unser Herz schwer. Die Intensität des Schauspiels berührte zutiefst: So viel Sehnsucht, so viel Wut, so viel Naivität, so viel Getriebenheit. Doch das Drama, das in Italien vielfach aufgeführt und mit diversen Preisen ausgezeichnet worden ist, zielt nicht auf Mitleid. Es zeigt auf, wie Menschen, die anders sind, in einen Teufelskreis geraten können aus Ablehnung, Unverständnis, Aufbegehren, fürsorgerischen Maßnahmen und Rückzug aus der Welt.