"Eine Entdeckung!
Von atemberaubender Eindringlichkeit.
Ein Muss."
Bernie Schürch (Mummenschanz-Mitbegründer), 2017 Foto: Jean-Daniel von Lerber
"Ein beeindruckender Abend.
Packend gespielt."
Walter Andreas Müller (Schweizer Schauspiellegende), 2017 Foto: Jürgen Ruckdeschel
"Einzigartig. Eine Ausnahmebegabung." Sibylle Birkenmeier (Kabarettistin), 2017 Foto: Jean-Daniel von Lerber "[...] stehende Ovationen für eine
packende, schauspielerische Leistung."
Sarganserländer, 2015 Foto: Jürgen Ruckdeschel
"Hervorragend.
Geht unter die Haut."
Senta Baumgartner (PROFILE Productions), 2017 Foto: Jean-Daniel von Lerber
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Gastspiele auf Anfrage

Schauspiel

EIN KUSS – ANTONIO LIGABUE

Preisgekröntes Einpersonenstück von Mario Perrotta

Deutsch von Gabriela Zehnder

 

Ensemble 1H

 

Gesamte Spielzeit

 

Inszenierung

 

Dauer ca. 75 Minuten
Aufführungsrechte: Société Suisse des Auteurs, Lausanne
Produktion: Teatro dell’Argine di Bologna, Marco Michel

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Ein großartiger Soloabend für die kleinere Bühne bis ca. 300 Plätze

 

Dieses mitreißende Einpersonenstück erzählt vom Leben des lange verkannten, ausgegrenzten und verspotteten schweizerisch-italienischen Malers Antonio Ligabue (1899 – 1965). Statt an seinem Schicksal zu zerbrechen, schuf Ligabue sein eigenes Universum aus Bildern und Plastiken. Seine Arbeiten, die ihm inzwischen in der Schweiz wie in Italien den Nimbus eines lokalen van Goghs eingebracht haben, zeugen von einer gewaltigen Kraft und Tiefe.
Der Schweizer Schauspieler Marco Michel lässt uns mit ungewöhnlichen Mitteln eintauchen in Ligabues Leben: vor den Augen des Publikums entstehen großformatige Kohlezeichnungen von Menschen und Landschaften, mit denen er in tiefe, emotionale Dialoge tritt. Wie Antonio Ligabue in seinem Leben, so erschafft sich auch Marco Michel auf der Bühne immer wieder ein neues Gegenüber – denn nur über seine Kunst konnte Ligabue eine Brücke zur Außenwelt schlagen und mit ihr kommunizieren.
Am Schluss sind viele Zuschauer so bewegt, dass sie zur Bühne drängen, um dem unglücklichen Ligabue etwas zu schenken…

 

Die Themen Ausgrenzung, Wahnsinn und Isolation werden unmittelbar erleb- und spürbar. Dies trägt zur Entstigmatisierung psychisch beeinträchtigter Menschen bei und hilft bei der Verständigung über kulturelle, religiöse und soziale Grenzen hinweg.

 

Über 50 gefeierte Vorstellungen in der Schweiz. Für Deutschland und Österreich eine Neuentdeckung. Am 7. November 2019 war EIN KUSS bei den Heidelberger Theatertagen zu sehen.

 

Marco Michel wurde mit A KISS – ANTONIO LIGABUE bereits zweimal nach New York eingeladen und war 2018 Preisträger beim United Solo Festival in New York.
Am 22. und 23. November 2019 tritt er mit A KISS erneut im New Yorker Theatre Row auf.

 

ANTONIO LIGABUE (1899 – 1965)

Der schweizerisch-italienische Maler kam am 18. Dezember 1899 in Zürich als uneheliches Kind einer italienischen Einwanderin zur Welt und wurde mit neun Monaten zu Pflegeeltern gegeben. Weil er früh durch sogenanntes “schwachsinniges Verhalten” aufgefallen war, kam er in ein Jugendheim und später in eine Psychiatrie. Mit 18 Jahren wurde er u.a. wegen Landstreicherei des Landes verwiesen und nach Italien deportiert. In Gualtieri, dem Heimatort seines mutmaßlichen Vaters, lebte er, der zunächst kein Wort italienisch sprach, fortan als Außenseiter und Dorftrottel.
Erst in den späten 1950er Jahren förderte ein bekannter Maler Ligabue und sein Werk – er wurde über Nacht berühmt.
Ligabue starb am 27. Mai 1965 in Gualtieri. Heute zeigen sich die Schweiz wie Italien stolz auf “ihren van Gogh”, während Antonio Ligabue in anderen Ländern noch weitgehend unbekannt ist.

Ligabues Werke werden heute z.T. für sechsstellige Summen gehandelt.

11 Szenenfotos

 

Woman Around Town, 25.11.2019 (New York City)
Heart-rending

Ligabue (Marco Michel) enters the room like a hunted man, cowering, panting, sweating. There’s no fourth wall. His eyes blaze and dart. […] Ligabue takes off his jacket and tie. Clothes are loose, wrinkled, khakis smeared with charcoal. Three talls panels on wheels revolve to brown drawing paper. He picks up chalk and starts to draw. “I’ve had no luck, no luck…”

For a taut 75 minutes, the tortured soul tells us about his life while drawing some of it. The artist rubs a cheek on the portrait of his adoptive mother, streaking his own with charcoal. He bends, or rather folds, to communicate with unresponsive art, intermittently ripping off and discarding a page in frustration.

He’s wretched, kinetic, pleading. […] Every muscle in the actor’s body seems controlled by emotion. Arms periodically flail. He hits his forehead. Again and again the character counts and asks for a kiss. Helplessness tears at him. Anger erupts. […] “No one can heal me…”

Gut wrenching performance. Masterful Direction. Immersive writing.

 

Theaterverein Heidelberg, 10.11.2019
Intensiv, aufrührend und eindringlich

Marco Michels Auftritt als Antonio Ligabue ist intensiv, aufrührend und eindringlich. Die Bilder, die er live auf der Bühne zeichnet, sind nicht nur reine Kulisse – er malt Atmosphäre!
Seine Kohlezeichnungen sind die eindrucksvolle Verkörperung der Charaktere, die ihn ausstoßen und beleidigen. Sie sprechen durch ihn und seine Bilder, sie engen ihn ein und grenzen ihn aus, und das Publikum wird ein Teil dieser Ausgrenzung. Wir, die Gesellschaft, sitzen auf der einen Seite und starren neugierig auf jenen, der anders ist wie auf ein wildes Tier im Wald. Dann hält uns der Protagonist einen Spiegel vor, blendet uns und zwingt uns den Blick abzuwenden, um dann eine andere Perspektive einzunehmen und den Ausgegrenzten wahrzunehmen.

»Gibst du mir einen Kuss?« fragt der Protagonist im Laufe des Stückes immer wieder. Für den jungen Anton ist die Frage ein Ruf nach mütterlicher Zuneigung, für den erwachsenen Antonio steht sie für die Sehnsucht nach Akzeptanz und vielleicht auch romantischer Liebe. Ungeachtet seines Alters bittet der Protagonist jedoch auch nach der Anerkennung seiner Menschlichkeit, welche die Gesellschaft ihm verweigert.

 

Bernie Schürch, Mummenschanz-Mitbegründer, 2017
Ein Muss

Theater und Malerei im lebendigen Dialog. Einfach umwerfend, ergreifend, großartig, wie der hervorragende Schauspieler Marco Michel das dramatische Leben des Malers Antonio Ligabue auf die Bühne zaubert. Ein Kunst-Stück von atemberaubender Eindringlichkeit. Ein Muss.

 

Sarganserländer, 10.11.2014 (nach der Premiere)
Schmerz des Kusses, der ausbleibt

Schauspieler Marco Michel hat das Schicksal des Künstlers Antonio Ligabue in selten erlebter Intensität auf die Bühne gebracht. […] Über 70 Minuten Monolog und keine Sekunde langweilig. Das ist der großartigen Leistung des erst 30-jährigen Bühnenkünstlers Marco Michel zu verdanken, der das Publikum vom ersten Wort weg fesselt. […] Doch Michel erzählt nicht nur, er zeichnet auch, buchstäblich. Auf drei Tafeln entwirft er immer wieder aufs Neue aus der Dramatik der Situation heraus Bilder jener Personen, die sein Leben prägten. […] Michel gelingt es dabei, durch seine künstlerische Expression die innere Zerrissenheit des Kindes, des Mannes und Künstlers spürbar zu machen.

 

Walter Andreas Müller, Schweizer Schauspiellegende, 2017
Packend gespielt

Selten ist mir ein Theaterabend derart präsent in Erinnerung geblieben wie die Darstellung von Marco Michel in diesem spannenden Einpersonen-Stück. Eindrücklich und facettenreich wird das unglückliche Leben des Künstlers Ligabue fein gezeichnet dargestellt – buchstäblich großartig zeichnerisch untermalt. Ein beeindruckender und äußerst geglückter Abend, mit einem wunderbaren Schauspieler!

 

Sarganserländer, 2.11.2015
Von atemberaubender Intensität

Am Freitagabend gab es stehende Ovationen für eine packende, schauspielerische Leistung. […] Im von Mario Perrotta entwickelten Stück übernimt Marco Michel szenisch die Darstellung dieses Künstlerlebens. Mit atemberaubender Intensität nimmt Michel die Zuschauenden mit in das Leben und Erleben dieses zeitlebens verspotteten und geplagten Künstlers. Die absolute Stille während der Darbietung darf als Zeichen der Betroffenheit gewertet werden. Antonios Sehnsucht nach mütterlicher Liebe, nach Anerkennung und Geborgenheit wird nie gestillt. […] Mit hastigen, nur scheinbar unbedachten Strichen und Kleksen skizziert Marco Michel mit Kohle nicht nur die Gesichter der Mutter und der lästernden Meute, sondern zugleich das unstete Leben eines herumgeschubsten Kindes.

 

Sibylle Birkenmeier, Kabarettistin, 2017
Einzigartig. Eine Ausnahmebegabung

Marco Michel ist ein erstaunlich reifer, junger Schauspieler, der seinen Weg geht und viel Beachtung finden wird. Seine Leichtigkeit, sich in allen möglichen inneren Stimmungslagen zu bewegen, ist frappierend. Begeisterte Zuschauer im Schadausaal in Thun, die Marco Michels Fähigkeiten sehr deutlich zu schätzen wussten und diesen Auftritt mit begeistertem Applaus quittierten!

 

Appenzeller Volksfreund, 31.10.2015
Berührende Darstellung eines tragischen Lebens

[…] Dass Schauspieler Marco Michel auch ein großes Zeichentalent ist, trug zur Eindrücklichkeit seiner Darstellung bei. Wie ein Wahnsinniger warf er Kohlestriche auf die großen Papierbögen: Figuren, Gesichter, Landschaften. […] Nach einer Stunde war unser Herz schwer. Die Intensität des Schauspiels berührte zutiefst: So viel Sehnsucht, so viel Wut, so viel Naivität, so viel Getriebenheit. Doch das Drama, das in Italien vielfach aufgeführt und mit diversen Preisen ausgezeichnet worden ist, zielt nicht auf Mitleid. Es zeigt auf, wie Menschen, die anders sind, in einen Teufelskreis geraten können aus Ablehnung, Unverständnis, Aufbegehren, fürsorgerischen Maßnahmen und Rückzug aus der Welt.